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Worum geht's hier? Um Gesprächskompetenz!

Ich wünsch mir was.

Ich will mit euch reden. Über Klimawandel, Fischereisubventionen und Bürgerkrieg, über Hasskommentare, Hunger und Hungerlöhne, über Links und Rechts und über die Steuervermeidung von Amazon. Wenn der Wunsch auftaucht, dass sich etwas ändert, will ich darüber reden. Das ist aber nicht alles. Ich will auch, dass die Welt hinterher ein kleines bisschen schöner ist.

Ihr ahnt es: Meistens klappt das nicht. Das ärgert mich. Und darüber will ich mit euch reden.

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Ihr könntet jetzt sagen: Wir brauchen weniger Worte und mehr Taten. Seh ich anders. Schlimm wird es, wenn die einen etwas tun und die anderen tun auch was. Das passt oft nicht zusammen. Wie in einer schlechten Ehe reden sie nicht miteinander. So wird viel gegeneinander getan. Jeder hat seine Gründe. Irgendeine Art von Gewalt wird frei nach Clausewitz zur Fortsetzung des Gesprächs mit anderen Mitteln. Und heimlich freuen sich die Dritten, die mit ihrer Bösartigkeit ungestört davon kommen, und die Vierten, die am Chaos verdienen. Die ganze Idee von Staat und Gesellschaft hat doch nur einen Zweck: Es ist ein Rahmen für Gespräche, damit es nicht so oft zum Schlimmsten kommt.

Also reden wir. In Parlamenten und Talk Shows, an Wohnzimmertischen und in Kommentarspalten. Seit ich gemerkt habe, dass ich mich für die Welt interessiere, führe ich ständig die gleichen Gespräche. Auf immer die gleiche Weise. Ich habe vor zehn Jahren zum ersten Mal versucht, einem Freund zu erklären, warum ich Lebensmitteldiscount nicht toll finde. Ich könnte heute exakt die gleiche Unterhaltung wieder führen. Seit einigen Jahren spreche ich mit meinem Vater über Politik. Wir haben unterschiedliche Ansichten und das ist extrem spannend. Aber es ist auch immer das Gleiche. Ich habe eine ellenlange Liste mit Themen, zu denen ich mehr lesen und wissen will. Ich bin weder blöd noch stinkfaul. Doch ich komme nicht weiter. Und nicht nur ich. Es ist scheinbar die Regel, dass Energie im Gespräch versackt, lange bevor sich was bewegt.

Zugegeben, es gibt Ausnahmen. Manchmal weiß ich hinterher besser, was eigentlich meine Frage ist. Manchmal stellt sich das aufregende Gefühl ein, dass ich was verstanden habe. Oder jemand ändert sogar seine Haltung, ich werde offen für eine neue Sichtweise. Das ist toll. Aber auch sehr selten. In meiner Welt sind diese Momente die große Ausnahme. Und ich will mehr.

Stell dir vor, du setzt dich ins Auto, drehst den Schlüssel um - und der Motor springt an. Du nimmst dein Smartphone in die Hand, um die Sensation auf Facebook zu posten - und du hast Empfang! Beides an einem Tag? Wahnsinn!

Dass die komplizierteste Technik funktioniert, ist absolut normal. Wir regen uns selbst bei der Bahn über Verspätung auf. Aber wenn ein Gespräch funktioniert, will ich das feiern, weil das so außergewöhnlich und inspirierend ist? Merkt ihr eigentlich, wie absurd das ist? Unsere Kommunikationstechnologie verbindet Frankfurt am Main mit Manaus am Amazonas. Aber wir scheitern an einer Kulturtechnik, die älter ist, als die Erfindung des Lagerfeuers.

Das hat natürlich banale Gründe. Weiß ich ja auch. Menschen haben ihre Erfahrungen, Meinungen und Haltungen, sind müde, gestresst und verwickelt in unzählige Aufgaben, Nöte und Bedürfnisse. Da kann wirklich keiner erwarten, dass wir uns auch noch so gekonnt unterhalten, wie zwei antike PhilosophInnen. Dass wir in authentischen Begegnungen Erkenntnisse sammeln, wie Payback-Punkte, und unsere Überzeugungen so aufmerksam pflegen, wie den Rasen hinterm Haus. Es gibt gute Gründe, warum es uns schwerfällt, so miteinander zu reden, dass eine Begegnung schöne Spuren hinterlässt.

Es gibt auch Gründe für die Verspätungen bei der Bahn. Für Hunger in Ländern, die Energiepflanzen exportieren. Und dafür, dass immer mehr Leute aus ihrer Heimat fliehen, ohne irgendwo anzukommen. Die würde aber kaum jemand als "gute Gründe" bezeichnen. Witzig: Wenn man schlimme Dinge ausgiebig analysiert, steht als Ursache am Ende verblüffend oft "gescheiterte Kommunikation".

Hier komme ich immer wieder an. Also will ich hier anfangen. In diesem Blog geht es darum, wie wir miteinander reden und wie wir zuhören. Es geht um Formen, Strukturen, Möglichkeiten und Gewohnheiten in unserer Kommunikation. Um Wissen und Mitteilen, Kontakt und Begegnung. Ich will Fragen sammeln und die Antworten, die klügere Leute schon lange gefunden haben. Ich will meine Gesprächskompetenz gestalten und entwickeln.

Das ist ein bisschen wie im Märchen. Es fängt an mit einem Wunsch. Und führt vielleicht an Orte, von denen wir nie gedacht hätten, dass es sie gibt.

 

 

Baustelle


Die Nachtpeter-Webseite ist in die Jahre gekommen. Wir bauen jetzt eine neue.

Es ist soweit: Nach mehr als zehn Jahren ist die Erzählwerkstatt fertig!

Und sie ist wunderschön geworden.

 

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