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Erzählwerkstatt

EW - Die Methode


Ich entwickle die Erzählwerkstatt seit 2007 im Rahmen von Einzeltests, laufenden Kursen, Workshops und Live-Auftritten. Die Erzählwerkstatt ist eine Methode, die einen spontanen Erzählfluss in Gang bringt. Das geschieht durch freie Impulse und eine bewusste Erzählhaltung. Spielkarten lassen in einfachen Schritten einen Geschichtenraum entstehen. Der kann dann behutsam erkundet werden.

Sechs Stufen führen schrittweise tiefer in die jeweilige Geschichte hinein: Beginnend mit dem Raum und seiner Atmosphäre über die Bekanntschaft mit seinen Bewohnern bis zu den Handlungen und Ereignissen, die sich dort abzeichnen.

 

Die Karten der Erzählwerkstatt lösen einfache Bilder und Ideen aus, die der Erzähler auf individuelle Art verwendet. Vorschläge zur Erzählhaltung helfen, dass die Entwicklung der Idee an typischen Hindernissen nicht zum Erliegen kommt. In mehreren Runden kann die entstehende Geschichte angereichert und entwickelt werden.

 

Erzählen ist frei: Jede Geschichte und keine Aufgabe

Die Erzählwerkstatt stellt keine Aufgaben und macht keine Vorgaben. Das ist zunächst irritierend, weil es unserer Gewohnheit zuwiderläuft. Doch schnell wirkt es befreiend. So kann eine Spielrunde zum Auslöser für jede Art von Geschichte werden: Alltagsszene, Kindheitserinnerung, fantastisches Märchen, surreale Träumereien.

 

Die Erzähler gewinnen einen Eindruck von der Freiheit der eigenen Ideen, die zum großen Teil unter alltäglichen Mustern verschüttet ist.

 

 

Die einzige Spielregel: Mach, was du willst!

Die größte Hürde beim Erzählen ist der Eindruck, ich hätte nichts Interessantes zu sagen. Er entsteht, wenn wir erzählen wollen, was den anderen gefällt. Es ist harte Arbeit, sich etwas auszudenken, um fremde Ansprüche zu erfüllen. Das macht keinen Spaß und die echte, innere Motivation geht verloren.

Eine gute Geschichte lebt davon, dass der Erzähler eine Idee, die ihn berührt, für andere so sichtbar macht, dass auch sie davon berührt werden können. Das gilt nicht nur beim Erfinden, sondern auch, wenn jemand eine bekannte Geschichte weiter erzählt. Die eigene Begeisterung macht den Zauber jedes großen Geschichtenerzählers aus. Nur eine Frage gibt beim Erzählen Orientierung: Was will ich? Worauf habe ich Lust, was fasziniert mich und macht mir Spaß? Oder aus anderer Perspektive: Was lässt mich nicht los, was bewegt mich, was fesselt meine Aufmerksamkeit?

Das Erzählen ist ein Feld, in dem wir ausschließlich danach Ausschau halten, was uns interessiert. Es ist zutiefst persönlich und intim. Die Fragen: "Was will ich?", gibt bei jedem Schritt und jeder Entscheidung die beste Orientierung. So entstehen lebendige Geschichten, die keine fertigen Muster abbilden und keine fremden Erwartungen erfüllen wollen, sondern aus der Person heraus wachsen.

 

Mit dem Blick auf das, was ihn selbst bewegt, lernen die Erzähler sich besser kennen. Sie haben Spaß an den eigenen Gedanken und bekommen oft am Ende einer Runde Lust, die entstandenen Anfänge weiter zu entwickeln. Das ist die Quelle der Kreativität und aller guten Ideen.

 

Alles ist Material: Die Lust am Unsinn und am Scheitern

Bei der Arbeit mit der Werkstatt entstehen keine fertigen Geschichten. Statt dessen sprechen wir über Ideen, mit denen wir dann weiter arbeiten. Jeder Gedanke ist ein Material, das sich bewusst formen und bearbeiten lässt. Wir betrachten Ideen aus kreativer und kritischer Distanz und erleben, wie sich die Wahrnehmung verändert, wenn wir verschiedene Haltungen einnehmen. Das nimmt den Leistungsdruck und lädt ein zum Spiel und zum Experiment. Die ausgelassene Lust am Unsinn und am Scheitern ist inbegriffen.

 

Die Erzähler lernen, unfertige und unperfekte Ergebnisse zu schätzen. Sie üben, eigene Ideen und Gedanken bewusst zu formen und zu bearbeiten.

 

Kleine Schritte: Von außen nach innen

Die Stufen, in denen die Karten vorwärts führen, sind nicht zufällig. Der Bogen vom Raum über die Person bis zur Motivation, vom "Wo und Was" über das "Wer" zum "Warum" entspricht der intuitiven Art, wie wir gern Ideen entwickeln. Es geht auch anders, aber so, wie die Karten es anregen, ist es besonders einfach.

 

Häufig fallen die Impulse der Werkstatt und der spontane Wunsch des Erzählers, wie er weiter vorwärts gehen möchte, zusammen. Das gibt den Spielern eine wertvolle Hilfestellung, wenn Blockaden entstehen.

 

Kopfarbeit: Denken und sprechen lernen

Erzählen und die Entwicklung einer Idee im Gespräch schult intensiv die Grunfertigkeiten von Sprache und Denken. Immer wieder stoßen wir dabei an Muster und Grenzen, stellen sie in Frage oder lassen sie einfach hinter uns. Bewusst und selbstbestimmt verändern wir Bilder und Vorstellungen, um zu erleben, wie sich ein Gedanke danach anders anfühlt. So entdeckt sich der Erzähler in kleinen Schritten als Herr über das eigene Denken.

 

Erzählen heißt mitteilen und ausdrücken. Die Erzähler üben die Grundfertigkeiten der Sprache, erlangen Kontrolle über Stereotype und Denkmuster. Mehr Kontrolle über das eigene Denken hilft, offener zuzuhören, Konflikte auszuhalten und auch Spannungen auf sprachlicher Ebene zu verarbeiten. Geübte Erzähler können gegensätzliche Ideen nebeneinander stehen lassen. Sie werden resistenter gegen Beeinflussung. Denn wer selbst erzählen kann, kann auch mit den Geschichten anderer leichter respektvoll und selbstbestimmt umgehen.

 

Schöpfungsarbeit vor gespannten Zuhörern

Die Entwicklung einer neuen Idee zieht Erzähler und Zuhörer in ihren Bann. Regelmäßig folgt das Publikum in der Runde den tastenden Versuchen mit neugieriger Spannung. Im spielerischen Rhythmus entsteht eine intensive Atmosphäre von Mitteilen, Zuhören und Anteilnehmen. 

 

Dieses aktive Interesse ist eine wertvolle Erfahrung für Erzähler und Zuhörer. Die Erzählwerkstatt fördert die Neugier und den Respekt für das, was den Menschen um uns herum durch den Kopf geht: Ein wundervoller Weg, um sich selbst und andere besser kennen zu lernen.

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